Dr. med. dent. Jörg Munack, M.Sc. M.Sc.

Dr. med. dent. Jens Becker, M.Sc. M.Sc.

Kariesgefahr: Vorsicht mit Nuckelflasche und Schnuller!

Hätten Sie es gewusst? Kariesbakterien können schon die ersten Schäden im Kindermund anrichten, bevor die ersten Zähnchen richtig zu sehen sind. Wenn Milchzähne krank sind, dann haben wir es in  vielen Fällen mit der sogenannten „Nuckelkaries“ zu tun. 

Die entsteht zunächst durch die Weitergabe von Kariesbakterien an den Nachwuchs, durch das Ablecken von Schnullern oder Löffeln. Werdende Eltern sollten also zunächst immer die eigene Mundgesundheit untersuchen lassen und Krankheiten wie Karies oder Parodontitis behandeln lassen.

„Von einer Karies sind in Deutschland immer mehr die ganz kleinen Kinder betroffen. Aktuell reden wir von rund 15 Prozent aller Kinder unter drei Jahren. Meistens kommen verschiedene Ursachen zusammen: Viele süße Lebensmittel, eine mangelnde Mundhygiene, aber auch der falsche Umgang mit Schnullern und Nuckelflaschen“, informiert Ellen Rückriem, Kinderzahnärztin im Zahnmedizinischen Team am Aegi in Hannover.

Wer seinen Kindern ständig gezuckerte Getränke gibt, der riskiert schon früh Schäden und Zahnschmerzen bei den Kleinen. Vor allem der ständige Gebrauch von Nuckelflaschen trägt zur Förderung von Karies bei. Der Zucker umspült die Zähne dauerhaft und liefert den Kariesbakterien die notwendige Nahrung. Zahngesunde Getränke, die auch den Durst löschen sind Wasser oder Tee ohne Zucker.

Auch der Schnuller kann schaden

Karies ist nicht die einzige Gefahr, die den kleinen Milchzähnen droht. Wer seinen geliebten Nucki oder den Daumen für dauerhafte Lutschpartien nutzt, riskiert den sogenannten „lutschoffenen Biss“. Das sieht nicht schön aus und behindert die Kinder beim Atmen, Sprechen und Essen.

Von einem „lutschoffenen Biss“ ist die Rede, wenn die oberen und unteren Schneidezähne keinen Kontakt mehr zueinander haben und sich die Zunge zwischen die Zahnreihen nach vorne lagern kann. Weitere mögliche Folgen sind Kieferdeformierungen und Zahnfehlstellungen, die später eine aufwändige Korrektur durch kieferorthopädische Behandlungen nach sich ziehen können.

Vorsorge in unserer Praxis

Unser Praxistipp: Allen Eltern können wir nur raten, so früh wie möglich in die Praxis zu kommen. Dann sehen wir rechtzeitig, ob mit den Zähnchen alles in Ordnung ist und wir gewöhnen die Kinder früh genug an die regelmäßigen Kontrollen und an unser Prophylaxeprogramm mit Putzschule! Außerdem können wir Mamas, Papas, Omas und Omas früh genug informieren und Tipps geben, wie die Zähne der Sprösslinge von Anfang an gesund bleiben!

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