Dr. med. dent. Jörg Munack, M.Sc. M.Sc.

Dr. med. dent. Jens Becker, M.Sc. M.Sc.

Was ist eigentlich der Biofilm?

Sanitäre Einrichtungen, Abwasserrohre oder Schiffsrümpfe – sie alle werden von Biofilmen besiedelt. Dieser Film, bestehend aus einer Zusammensetzung von Bakterien, fühlt sich auf feuchten Oberflächen besonders wohl und ist nur schlecht mit chemischen Mitteln zu beseitigen. Im Alltag begegnen uns Biofilme häufig – und wir ihnen mit einem gewissen Ekel. Doch Biofilme besiedeln auch unseren Körper:  Nasennebenhöhlen, Lunge, Harnwege, Gehörgänge und den Mund. Die bekannteste Form des Biofilms im Organismus ist der orale Biofilm auf unseren Zähnen.

Der orale Biofilm, auch als Plaque oder Zahnbelag bezeichnet, ist unser täglicher Begleiter. Er besteht aus rund 500 verschiedenen Bakterienarten, zahlreichen Viren und Pilzen. Insgesamt leben viele Milliarden dieser mikroskopisch kleinen Mitbewohner auf unserer Mundschleimhaut.

Der Biofilm lebt

Dabei ist der Biofilm an sich nichts Schlechtes und sogar Teil einer gesunden Mundflora. Dort übernimmt er eine wichtige Schutzfunktion. Schon wenige Minuten nach einer professionellen Zahnreinigung legt sich der sogenannte initiale Biofilm in einer ganz dünnen Schicht wieder über die Zähne. Diese besteht zunächst aus Eiweißen aus dem Speichel. In diesem Stadium verhindert der junge Biofilm, dass Säuren den Zahn angreifen oder sich Mineralien herauslösen, und er schützt die Zähne beim Kauen vor Abrieb.

“Stadt der Mikroben”

Doch schon nach kurzer Zeit lagern sich Bakterien an den Biofilm an. Dann entsteht ein klebriger Mix aus Nahrungsresten, Bakterien und deren Stoffwechselprodukten, Zucker und Eiweißen. Manche Bakterien verwerten Zucker und scheiden dafür Säuren aus, die den Zahnschmelz angreifen und zu Karies führen. Wird der Biofilm in diesem Stadium regelmäßig entfernt, werden Zahnschäden minimiert.

Hat der Biofilm jedoch die Möglichkeit, sich ungehindert auszubreiten, übernehmen schädliche Bakterien – sogenannte pathogene Keime – das Ruder. Eine sprichwörtliche “Stadt der Mikroben” entsteht. Die schädlichen Bakterien sind die Hauptursache für orale Erkrankungen. Sie schädigen erst Zähne und Zahnfleisch – und schließlich den gesamten Organismus. So lösen die Bakterien beispielsweise eine Entzündung des Zahnhalteapparat aus – eine Parodontitis entsteht! Wird diese nicht behandelt, gelangen die Bakterien durch die Blutbahn zu anderen Organen und lösen unter anderem Herzinfarkte, Schlaganfälle oder Diabetes aus.

Mehr Infos: Unser Plan gegen Parodontitis

Biofilm – wir haben was dagegen!

Im Gegensatz zu Abwasserrohren und Schiffsrümpfen ist gegen den oralen Biofilm jedoch ein “Kraut” gewachsen: Die regelmäßige mechanische Entfernung durch Zahnbürste, Zahnpaste und Zahnseide bei der häuslichen Mundpflege. Und, als wichtige Ergänzung dazu, die regelmäßige Prophylaxe und professionelle Zahnreinigung in unserer Praxis.

Mehr Infos: Individuelle Prophylaxe – unser Gesundheitsfahrplan

Damit haben wir den Biofilm immer im Blick – und Ihre Gesundheit auch. Denn die ist – im Gegensatz zu sanitären Einrichtungen, Abwasserrohren oder Schiffsrümpfen – einfach unersetzlich.

“Wir entfernen den Biofilm in engmaschigen Abständen und vermeiden so schwerwiegende Folgen.
Für den gesunden Zahnerhalt – und einen gesunden Organismus.”
Zahnarzt Dr. Jens Becker

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