Dr. med. dent. Jörg Munack, M.Sc. M.Sc.

Dr. med. dent. Jens Becker, M.Sc. M.Sc.

Zahnfarbe

Zähne können mit zunehmendem Alter dunkler werden. Aber auch bestimmte Nahrungsmittel, Getränke, Rauchen, Medikamente und Erkrankungen können zu unschönen Verfärbungen führen. Dunkle Zähne entsprechen nicht unserem heutigen Schönheitsideal, deshalb wird das Bleaching, das medizinische Aufhellen von Zähnen, auch in Europa immer populärer. Verschiedene Methoden kommen zur Anwendung: Internes oder externes Aufhellen, zu Hause oder beim Zahnarzt.

Eine Aufhellung der Zähne erfolgt in der Regel durch Bleichen (Bleaching). Oft handelt es sich nur um aufgelagerte Verfärbungen, die durch eine professionelle Zahnreinigung entfernt werden können.

Wie funktioniert eine Zahnaufhellung?

Als Bleichmittel verwenden wir in der Zahnarztpraxis meistens Carbamidperoxid. Durch die Freisetzung von Sauerstoff werden Verfärbungen auf der Zahnoberfläche und in den äußeren Schmelzschichten aufgehellt. Zwei unterschiedliche externe Bleichverfahren eignen sich zum gleichmäßigen Aufhellen mehrerer vitaler Zähne.

Beim „Home-Bleaching“ (Anwendung zu Hause durch den Patienten) wird eine exakt auf die Zähne angepasste Trägerschiene mit Bleaching-Gel gefüllt.

Beim „In-Office-Bleaching“ (Anwendung in der Zahnarztpraxis) wird das Bleaching-Gel auf die Zähne aufgetragen und mit einer Speziallampe aktiviert. Die Behandlungsdauer hängt von der Ursache der Verfärbungen ab. In leichteren Fällen reicht normalerweise eine Behandlung. Bei stärkeren Verfärbungen kann die Behandlung auch mehrere Monate dauern, hier sind Applikationen mit höher konzentrierten Wirkstoffen sinnvoll.

Bei devitalen, abgestorbenen oder wurzelbehandelten Zähnen, wird intern gebleicht. Typisch für devitale Zähne ist eine gräuliche Verfärbung des betroffenen Zahnes. Beim „internen Bleaching“ werden einzelne verfärbte wurzelbehandelte Zähne durch Einbringen des Bleichmittels in den Wurzelkanal von innen aufgehellt. Diese Behandlung bleibt dem Zahnarzt vorbehalten.

Was Sie sonst noch über Bleaching wissen sollten?

  • Je nach Verfärbungsursache, Farbe der Zähne und dem Grad der vorgesehenen Aufhellung entscheidet der Zahnarzt über die Bleichtechnik und die Wirkstoffkonzentration.
  • Um Beschwerden während der Behandlung zu vermeiden, sollten vorher immer eine professionelle Zahnreinigung erfolgen und die Zähne auf Karies, undichte Füllungen und Kronen sowie freiliegende Zahnhälse und Zahnwurzeln kontrolliert werden.
  • Kronen, Brücken und Füllungen verändern ihre Farbe beim Bleichen nicht! Dies muss bei der Zahnaufhellung berücksichtigt werden. Werden Zahnaufheller im Hausgebrauch ohne vorherige zahnärztliche Beratung benutzt, kann es zu unschönen Ergebnissen kommen.
  • In einzelnen Fällen kann während der Behandlung eine vorübergehende Empfindlichkeit der Zähne und Mundschleimhaut gegenüber Kälte, Wärme, Süßem oder Saurem auftreten. Dem kann vorgebeugt werden, indem zwei- bis dreimal pro Woche für eine Viertelstunde ein mildes Fluoridgel oder eine Zahnpasta gegen empfindliche Zähne in die Schiene gegeben wird. Auch sollten während der Behandlung Zitrusfrüchte und säurehaltige Getränke vermieden werden.
  • Der Behandlungserfolg hält in der Regel ein bis vier Jahre vor und ist abhängig von den individuellen Ernährungsgewohnheiten, Rauchen und Mundhygiene. Bei Rauchern oder dem häufige Genuss bestimmter Getränke (Rotwein, Tee, Kaffee) können die Zähne schneller wieder nachdunkeln.

Eine erneute Aufhellung ist möglich und erfordert in der Regel weniger Applikationen als bei der Erstbehandlung. Zur Unterstützung kann eine carbamidperoxidhaltige Zahnpasta verwendet werden.

Fazit: Einem Bleaching sollte immer eine zahnärztliche Beratung vorausgehen, damit keine gesundheitlichen oder ästhetischen Probleme auftreten!

Gründliche Zahnsteinentfernung und Zahnreinigung

Rührt eine unerwünschte Verfärbung von Genuss- bzw. Lebensmitteln (Kaffee, Tee, Tabak) her, können oft schon eine gründliche Zahnsteinentfernung und Zahnreinigung durch den Zahnarzt oder die Dentalhygienikerin erfolgreich sein. Spezialzahnpasten mit einem höheren Reinigungseffekt sollten nur zwischendurch und auf keinem Fall regelmäßig verwendet werden, da sie sonst den Zahnschmelz angreifen und mit der Zeit die Zahnsubstanz abtragen können.