Dr. med. dent. Jörg Munack, M.Sc. M.Sc.

Dr. med. dent. Jens Becker, M.Sc. M.Sc.

Parodontitis: Das müssen Sie über die chronische Entzündung wissen!

Im Blog erfahren Sie, wie eine Parodontitis entsteht und warum Sie auch für Implantat-Träger zum Problem werden kann. Außerdem klären wir die Namensfrage: Heißt es nun Parodontose oder Parodontitis?

Was ist die Parodontitis eigentlich?

Die Parodontitis ist eine chronische Entzündung des Zahnbetts. Sie entsteht in der Regel durch eine nicht behandelte Zahnfleischentzündung, bei der sich schädlicher Zahnbelag bildet und schließlich über die Zähne bis zum Zahnhalteapparat ausdehnt – dem sogenannten Parodont.

Vielleicht haben Sie in diesem Zusammenhang auch schon häufiger den Begriff Parodontose gehört. Aus medizinischer Sicht ist jedoch die Bezeichnung Parodontitis korrekt. Die Endung -itis bezeichnet eine entzündliche Krankheit, wohingegen die Endung -ose eine degenerative, nicht entzündliche Veränderung beschreibt.

Die Parodontitis…

  • ist der häufigste Grund für frühzeitigen Zahnverlust
  • entsteht unter anderem durch schädliche Zahnbeläge
  • sorgt für einen Knochenabbau im Kiefer
  • kann den Verlauf von Allgemeinerkrankungen beeinflussen
  • verläuft in den ersten Phasen häufig symptomfrei

Dr. Jens Becker: “Besonders Raucher leben mit einem größeren Risiko, an einer Parodontitis zu erkranken. Das liegt unter anderem daran, dass der Nikotingenuss zu einer verminderten Durchblutung des Gewebes führt. Das sind ideale Lebensbedingungen für die sogenannten anaeroben Bakterien, die keinen Sauerstoff zum Überleben benötigen. Sie breiten sich weiter aus und verstärken die Entzündung.”

Wie hilft mir die Parodontitistherapie?

Eine Parodontitis bekommen wir nur mit professionellen Methoden in den Griff. Ziel der Parodontitistherapie ist es zunächst einmal, die Bakterienmenge im Mundraum zu reduzieren.

Das ist der Ablauf einer Parodontitisbehandlung:

  1. Diagnose und Behandlungsplanung
    Für die Behandlungsplanung müssen wir zunächst mehr über die Schwere der Entzündung erfahren. Dazu messen wir die Tiefe der Zahnfleischtaschen.
  2. Professionelle Zahnreinigung
    Anschließend reinigen wir die Zähne professionell. Dabei entfernen wir schädlichen Zahnbelag auch an den Stellen, die Sie zu Hause mit der Zahnbürste nicht erreichen.
  3. Entfernung von entzündetem Gewebe
    Härtere Beläge unter dem Zahnfleischsaum lassen sich nur mit einem kleinen chirurgischen Eingriff entfernen. Für Sie ist die Behandlung dank Anästhesie völlig entspannt.
  4. Vorsorgeplan
    Das war der erste Schritt der Parodontitistherapie. Damit die Entzündung zum Stillstand kommt, müssen wir die Behandlung regelmäßig wiederholen.
  5. Prophylaxe
    Je nach Schweregrad der Parodontitis sollten Sie zwei bis dreimal pro Jahr zur Professionellen Zahnreinigung ins ZMTAA kommen. Die Termine zur Parodontitis-Prophylaxe stimmen wir gemeinsam ab.

Auch vor der Behandlung mit Zahnimplantaten gilt: Erst die Parodontitistherapie – dann die OP. Die Parodontitisbakterien können andernfalls auch am Gewebe rund um das Implantat für eine Entzündung sorgen. Dann sprechen wir jedoch nicht mehr von der Parodontitis, sondern von der Periimplantitis. Die Entzündung führt in vielen Fällen zum Verlust des Implantats. Deshalb sollten Sie rechtzeitig in unsere Praxis kommen.

Eine Zahnfleischentzündung zeigt sich z.B. durch…

  • gerötetes oder geschwollenes Zahnfleisch
  • leichten Mundgeruch
  • stark blutendes Zahnfleisch

Nehmen Sie diese Warnsignale ernst und vereinbaren Sie einen Termin zum Check-Up. Wir schauen uns Ihre Zähne und Ihr Zahnfleisch an und sagen Ihnen, ob es gesund ist oder etwas Unterstützung benötigt.

Haben Sie schon einen Termin für die nächste Professionelle Zahnreinigung? 49 (0) 511 – 51 51 48-0

Zurück zur Übersicht