Dr. med. dent. Jörg Munack, M.Sc. M.Sc.

Dr. med. dent. Jens Becker, M.Sc. M.Sc.

Zu wenig Platz im Mund: Wann Weisheitszähne raus müssen!

Vor vielen tausend Jahren brauchten die Menschen 32 Zähne, um ihre unverarbeitete Nahrung zu zerkauen. Heute ist unser Gebiss kleiner und bietet meistens nur Platz für 28 Zähne. Deshalb müssen die Weisheitszähne in der Regel entfernt werden, wenn sie durchbrechen. Wir erklären, wann die Nachzügler raus müssen und warum der Eingriff viel weniger schlimm ist, als die meisten denken.

Digitales Röntgen für die sichere Diagnose

Bei den meisten brechen die Weisheitszähne erst im Erwachsenenalter durch. Es ist jedoch sinnvoll, sich bereits vorher mit den Achtern zu beschäftigen. Denn wenn sie einmal da sind, wird es eng im Gebiss. Deshalb behalten wir die Nachzügler bei den Vorsorgeuntersuchungen im Blick und schauen uns auf digitalen Röntgenbildern genau an, welchen Weg sie in das Gebiss nehmen.

Dr. Ulrich Fricke: “In manchen Fällen können die Weisheitszähne auch drin bleiben. Wenn der Kiefer genug Platz bietet und sich die Nachzügler problemlos in das Gebiss einordnen, gibt es keinen Anlass für eine OP.”

Viele Weisheitszähne bleiben jedoch auf halbem Weg stecken und verlagern sich. Dann entstehen Nischen, in denen sich Bakterien besonders wohl fühlen. Mit der Zahnbürste erreichen wir diese Stellen nicht mehr, so dass hier ohne professionelle Hilfe Entzündungen rund um den Weisheitszahn und die Nachbarzähne entstehen.

Dann müssen die Weisheitszähne raus

Brechen Weisheitszähne nicht komplett durch oder liegen quer im Kieferknochen, müssen sie raus. Ansonsten können die Nachzügler das komplette Gebiss aus dem Takt bringen. Wir entfernen Weisheitszähne jedoch erst, wenn wir uns 100%ig sicher sind, dass es keine andere Lösung gibt!

In diesen Fällen müssen Weisheitszähne raus:

  • Bei Entzündungen rund um die Weisheitszähne
  • Bei verlagerten Weisheitszähnen
  • Bei Störungen des Bisses durch die Weisheitszähne

Der Eingriff im ZMTAA findet schonend und schmerzarm statt, denn die Stelle wird lokal betäubt. Nach der Operation bekommen Sie von uns ein Schmerzmittel, das Sie in den ersten Tagen nach dem Eingriff nehmen sollten. Dazu empfiehlt es sich, die betroffene Stelle zu kühlen, um der Schwellung entgegenzuwirken. Ein paar Tage später können Sie dann schon wieder normal essen und trinken. Vorher sollten Sie aber zum Kontrolltermin im ZMTAA vorbeikommen.

Die Weisheitszahn-OP hat einen schlechten Ruf, weil sich viele vor der dicken Backe und den Schmerzen fürchten. Doch so schlimm ist es gar nicht: Wenn Sie uns rechtzeitig mit ins Boot holen, beugen wir gemeinsam Komplikationen vor.

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